Ist es jetzt so weit? Sind wir angekommen im Heizdecken-Alter? Für alle, die nicht als Polarfahrer gewohnheitsmäßig ums Überleben kämpfen, ist Heizbekleidung gewöhnungsbedürftig. Aber was tut man nicht alles, wenn man kurz vor dem Wintereinbruch noch mal eben über die Alpen huschen will. Dank optionalem 2600-mAh-Akku (70 Euro, 5200-mAh 110 Euro) müssen wir unser Testexemplar der „V501“ immerhin nicht mit der Motorradbatterie verkabeln und behalten maximale Bewegungsfreiheit. Der Akku trägt etwas auf. Ist die Weste aber als zweite Schicht unter der Kombi verstaut, erinnert nur noch der herausbommelnde Steuerknopf an die Winterhilfe. Da die Weste sehr großzügig ausfällt, liegen die von drei Heizelementen vorn und hinten gespeisten Carbonfasern zwar nicht optimal auf der Funktionswäsche, trotzdem fühlt es sich nach zwei Minuten an, als würde der Oberkörper in warmes Badewasser gleiten. Auf Stufe eins bullert die Weste heftig. Es dauert gut zwei Stunden, bis dem Akku die Puste ausgeht, falls man mit ihm nicht nebenbei noch das Handy lädt. Bei doppelter Laufzeit nimmt auch die mollige Stufe zwei der frostigen Alpenquerung ihren Schrecken. Stufe drei wärmt acht Stunden lang eher im Hintergrund. Trotzdem ist es herrlich, wenn man nach tausend Kilometern Sauwetter nicht aus tiefster Seele fröstelt. Apropos: Da der Bedienknopf unter einer Regenkombi nicht erreichbar ist, wäre eine drahtlose Fernbedienung sinnvoll. Aber das ist Nörgeln auf hohem Niveau. An Wärme auf Knopfdruck kann man sich schnell gewöhnen. Und wenn man nach der Tour nicht mehr so dringend eine heiße Dusche braucht, kann man sich den Heiz-Luxus auf Dauer sogar schönrechnen. motorradventure.de

Jackenstövchen: Der Akku hält auf kleiner Flamme bis zu acht Stunden

Was?

Heizweste mit optionalem Akku-Betrieb

Für Wen?

Eisbärte und Frostbeulen

Kostet?

190 Euro (ggf. plus Akku)

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