Ja, auch wir haben mit dem „Watroprop“ getauften Visieraufsatz gefrem­delt. Doch der Erfinder der Drehscheibe, Albert Keller, hat sich was dabei gedacht. Und sein Problem konnten wir nachvollziehen: Er wollte bei Regenfahrten nicht mehr die Hände vom Lenker nehmen, um mit dem Finger sich sammelnde Regentropfen wegzuwischen. Seine Lösung: Ein in der Schifffahrt altbekanntes Gegenmittel – die Schleuderscheibe. Während diese bei Schiffen in aller Regel elektrisch angetrieben wird, ist Kellers Konstruktion per Saugnapf auf dem Visier befestigt, kugelgelagert und rein fahrtwindbetrieben. Mit bis zu 7000 Umdrehungen in der Minute bei 120 km/h dreht die Flügelscheibe und hält per Zentrifugalkraft das Visier tropfenfrei. Das funktioniert ab Stadttempo schon gut, auf der Autobahn noch besser. Dann bleibt das Visier selbst hinter Lkw tropfenfrei. Ist der Watroprop ordentlich auf dem Visier befestigt, blendet das Hirn den Drehknauf wirksam aus, präsent bleibt nur die Gummikordel. Seitenblicke bei Richt­geschwindigkeit auf der Autobahn waren kein Problem. Bis 120 km/h gibt Tüftler Keller seine Erfindung frei, wobei der Saugnapf testweise auch höhere Geschwindigkeiten aushielt. Abgesehen davon, dass es seltsam aussieht: Ganz fehlerfrei ist das System nicht. Bei Stop-&-Go-Fahrten mogeln sich Tropfen zwischen Visier und Scheibe, und gelegentlich flackern die mehrfach gebrochenen Lichter etwas. www.regenschutzscheibe.de

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