Innenschuhe bei Cross-Stiefeln sind zum Säubern der Stiefel nach der Schlammpackung so genial wie ein herausnehmbares Helmfutter. Nun will Touratech für Minimal-Gepäck-Freaks noch einen draufsetzen und die Innenschuhe als Stadt-Treter-Ersatz integrieren.

Der erste Kontakt mit den Destino-Stiefeln gestaltet sich sperrig. Lässt man die Innenschuhe drin und schlüpft hinein, muss man schon etwas Geschick, Kraft und Hass anwenden. Die Finger werden ganz lang, um dem Fuß irgendwie den Weg nach ganz unten zu ebnen. Mit etwas Training relativiert sich das aber und das hineinschlüpfen fluppt immer besser. Je länger man die Stiefel trägt, desto leichter lassen sich auch die Innenschuhe herausziehen – mal eben locker ist das aber nicht zu handeln. Die Innenschuhe selbst sind mit Membran ausgestattet und haben eine eigene Schnürung.

Das Laufgefühl ist zumindest gewöhnungsbedürftig. Mit den Schlappen am Fuß wieder in die Cross-Boots zu huschen, ist ebenfalls mit einigen Kraft-Akten zu Beginn verbunden. Aber auch diese Variante funktioniert nach einigen Versuchen immer besser. Einmal komplett angezogen fühlen sich die Stiefel nach der Einlauf-Phase gut an, geben sich für Cross-Stiefel relativ bequem. Verschlossen werden die Treter mit drei Schnallen und einem Klett am Bund.

Eine solide Verarbeitung, kerniges Leder, Verstärkungen und Protektoren wo es Sinn macht, prädestinieren den Destino als Stiefel für den etwas härteren Offroad-Einsatz. Im Gelände zeigen sie sich gut aufgelegt: Hoope-Park, 20 Grad – der Stiefel sitzt. Das Fahrgefühl geht für einen Cross-Stiefel in Ordnung. Kein Herumstochern nach dem Schalthebel, relativ gutes Feedback auf der Bremse. Dem Einsatz des Innenschuhs sind in der City Grenzen gesetzt. Hat man den Lieblings-Puma nicht ganz unten in der Alu-Box verbuddelt, dürfte das die bessere Wahl sein. Für Extrem-Minimalisten und Funktions-Extremisten ist der Destino aber eine gute Wahl und mit 349 Euro nicht zu teuer. www.touratech.de
Text & Fotos: A. Gbiorczyk

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