Nachdem wir uns neulich bis 2000 Euro umgesehen haben, legen wir nun eine Schüppe drauf: Das Budget beträgt rund 3000 Euro – genug, um eine junge Gebrauchte aus erster Hand zu ergattern. Im Vergleich zur vorherigen Übersicht sind die Modelle deutlich jünger – bis auf die WR 125, die 2008 ihren Einstand feierte, haben unsere Kandidaten kaum mehr als vier Jahre auf dem Sattel. Und ABS sowie Einspritzung ist häufig an Bord – der Vergaser stirbt auch bei der kleinsten Hubraumklasse aus.
Auch wenn man für 3000 Euro viel erwarten darf, ein wachsames Auge gehört zum Check dazu: Da die Zielgruppe Fahranfänger sind, gehören Stürze zum Tagesgeschäft. Die verlaufen in der Regel unkritisch, ein Blick auf Gabel, Lenkkopf und Schwinge ist trotzdem Pflicht. Und wenn noch Restgarantie ansteht, freut ein durchgestempeltes Service-Heft. Ansonsten darf man fast bedenkenlos zugreifen.

Aprilia RS4 125

Kein Zweitakter mehr, aber immer noch ein scharfes Eisen: Mit der 2012 eingeführten Viertakt-RS bildet Aprilia noch immer die Speerspitze im Sport-Bereich. Fahrwerk und Bremsen halten, was die an die RSV4 angelehnte Optik verspricht, der Motor kommt nicht mehr von Rotax, sondern vom Piaggio-Konzern. Preislich geht’s ab 2000 Euro los, frische Exemplare gibt es für einen Tausender mehr.

Beta Enduro 125 LC

Für 3000 Euro lockt Betas RR125 mit dem wassergekühlten Viertaktmotor. Der bietet im Vergleich zum luftgekühltem Vorgänger mehr Schmalz und passt perfekt in das wettbewerbsfähige Fahrwerk. Auch als Supermoto erhältlich.

Derbi GPR 125

Der Underdog im Sportler-Bereich: Die Derbi GPR 125 gilt als Vater der Aprilia RS4 125, da sie als erste den Piaggio-Viertakter bekam – der auch von Derbi entwickelt wurde. Auch sonst lässt sich die Verwandtschaft nicht leugnen, Fahrwerk, Bremsen und Verkleidung sprechen eine klare Sprache. Geringe Stückzahlen und ein Produktionsstopp machen sie zur Empfehlung für Anfänger mit schmalem Budget.

KTM RC 125

Darkwing Duck wäre neidisch auf den Schnabel, denn was KTM mit der RC abliefert, ist absolut rennstreckentauglich. Die RC lockt seit ihrer Einführung 2014 mit Top-Ausstattung, wie die fein ansprechende Upsidedown-Gabel und die tracktauglichen Bremsen. Die Technik stammt von der Duke – und gilt als absolut standfest. Für 3000 Euro finden sich Zweithand-Exemplare mit vierstelliger Laufleistung.

Suzuki VanVan 125

Ein Oldie aus dem Showroom? Bis 2016 hielt sich das Beach-Bike im Programm. Der luftgekühlte Zweiventiler mit den Ballonreifen ist Kult, auch wenn das Fahrverhalten mit modernen Enduros nicht vergleichbar ist. Aber die Suzi versteht sich eher als Alltags-Fluchthelfer denn als Wettbewerbsmaschine – standfest und mit hohem Suchtpotential. Für 3000 Euro finden sich unberührte Ersthand-Exemplare mit nahezu jungfräulichen Kilometerständen.

Yamaha MT oder YZF-R 125

Mit oder ohne Verkleidung – ganz gleich, wofür man sich entscheidet, die Basis ist seit 2014 die gleiche. Zu Recht: Der potente Vierventiler und das astreine Fahrwerk lassen Youngster-Herzen höher schlagen, mit Option auf ABS. Das zeigt sich auch auf dem Gebrauchtmarkt, bei dem frühe Exemplare erst jetzt an der 3000 Euro Marke kratzen.

Yamaha WR 125 R

Die letzte ihrer Art? Seit Produktionsende 2017 hat Yamaha keine 125er Enduro mehr im Programm, dabei war die WR-Reihe recht erfolgreich. Der wassergekühlte Vierventiler stammt aus der alten YZF-R 125 und schöpft das 15-PS-Limit voll aus. Das Fahrwerk ist auch abseits befestigter Wege brauchbar, Asphaltkünstler greifen zur Supermoto-Variante mit dem „X“ im Namenszusatz. Gebraucht sind sie ab 2800 Euro in brauchbarem Zustand zu haben.

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