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Alles klar oder was? Werner-Erfinder Rötger "Brösel" Feldmann im Interview

In den 80er Jahren eroberte die norddeutsche Comic-Figur Werner die Herzen der Motorradfahrer. Immer im Streit mit Polizei und TÜV, die ewig irgendetwas zu meckern hatten, immer auf der Suche nach Geld für Bier und Benzin, aber immer mit einem coolen Mopped unterwegs: Kein Wunder, dass wir Biker uns in Werner wiedererkannten und die Bände von Rötger „Brösel“ Feldmann bis in den hintersten Winkel der Republik bekannt machten. Werners geistiger Vater ist dieses Jahr 60 geworden. Unser Mitarbeiter Willi Johst besuchte für uns den Meister in seinem Domizil.

Willi: Rötger, du bist in diesem Jahr 60 geworden. Lebst du das Thema Motorrad immer noch? Was ist mit Moderattschrauben, in der Sonne liegen und Bier abpumpen?

Brösel: Wenn Zeit ist, liege ich natürlich noch gern in der Sonne und genehmige mir auch noch ein paar Bierchen. An meiner Pan Head Baujahr 1957 schraube ich natürlich auch noch regelmäßig rum.

Willi: Warum fährt Werner in den ersten vier Bänden eigentlich eine Horex und keine Honda oder Yamaha?

Brösel:
Weil mir vom BMW fahren immer so schlecht wurde. Nein, Spaß beiseite, die Horex war mein erstes Motorrad nach einer Zündapp Super Combinette. Und es bringt einfach totalen Bock, mit so einem Einzylinder rumzuballern.

Willi: Woher kommen die Ideen für die tollen Geschichten?

Brösel: Viele Erlebnisse, aber auch Hirngespinste finden sich in den Comics wieder. Es wurde so oder ähnlich von mir oder den Kumpels damals selbst erlebt. So etwa diese fortwährenden Nervereien mit der Polizei und Tüv bezüglich unserer Umbauten.

Willi: Die Sprache in den Comics ist einmalig und findet sich in keinem Sprachlexikon, wie kam diese zustande?

Brösel: Viele Sprachbegriffe habe ich dem norddeutschen Volksmund entnommen: Der Begriff „Moderratt“ stammt zum Beispiel von meinem Onkel, „Tass Kaff“ und „Flasch Bier“ von meiner Oma.

Willi: Und stellst du den Werner mit seinen Zweiraderlebnissen dar?

Brösel: Nein, nicht allein. Werner ist vielmehr die Figur, Erlebnisse und auch Fantasien diverser Leute. Mein jüngerer Bruder Andy zum Beispiel steuerte unter anderem seine Erlebnisse aus der Lehrzeit bei Meister „Röhrich“ bei.

Willi: Wo hast Du den Namen „Brösel“ her?

Brösel: In der Motorradclique fuhren seinerzeit alle schnelle Japaner. Um da mitzukommen, musste ich mit meiner Horex ganz schön am Hahn reißen, wobei einige Bauteile regelrecht zerbröselten. Das war die Art meiner Horex, ihr Gebiet zu markieren.

Willi: Unzertrennbar waren für mich immer Werner und die „Flasch Flens“ der Flensburger Brauerei. Wenn ich Anfang der achtziger Jahre von dem Bier einige Kisten mit nach Nordrhein-Westfalen nahm, war ich dort schlichtweg der King. Warum ist Werners Bölkstoff nicht in Flensburg gebraut worden?

Brösel: Weil wir mit den Flensburgern einfach nicht handelseinig wurden. Nach einem Rundschreiben an vierzig Brauhäuser konnte ich dann die Gilde-Brauerei aus Hannover gewinnen. Natürlich hätte ich es besser gefunden, wenn Werners Lebenselexier in heimischen Kesseln gebraut worden wäre. Aber dieser Wunsch hat sich dann nach zehn Jahren doch noch erfüllt:  Seit 2001 gibt es Bölkstoff aus „Flensburch“.

Willi: Nicht nur die Gegebenheiten waren zum größten Teil eigene Erlebnisse, auch die Fahrzeuge wurden von dir /euch zusammengedengelt und existierten wirklich. Was ist aus Ihnen geworden?

Brösel: Sie sind noch alle vorhanden, die Horex, das Horex-Gespann, der Red-Porsche-Killer, die Autos  und auch der Eisschlitten. Das einzige Fahrzeug, das wir unter anderem aus finanziellen Gründen nicht bauen konnten, ist der Metülisator.

Willi: Wie sieht ein ganz normaler Tag bei Feldmanns aus?

Brösel: Meine Frau Petra und meine Wenigkeit sind immer noch voll beschäftigt, so werden ja gerade die Werner-Bände digital remastert. Band 1-5 sind bereits fertig. Zudem arbeiten wir mit Hochdruck am neuen Film, Arbeitstitel „Werner eiskalt“. Ansonsten arbeite ich gern im Garten und am Haus, und an den Motorrädern gibt es ja auch immer etwas zu „klütern“.

Das Interview führte Wilfried Johst
Fotos: Joschka Johst

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