Zum elften Mal waren Anfang Juni die Motorradfahrer der Bundestagssportgruppe auf Tour. 1500 Kilometer quer durch Deutschland hatten die Politiker zu bewältigen.

Quelle: Regionale Motorradmagazine Juni 2010
Vogesentour – recht harmlos hörte sich der Titel der elften Internationalen Freundschaftsfahrt der Sportgemeinschaft des Deutschen Bundestages an. Nach dem Start am Berliner Reichstag ging es zunächst per Autoreisezug mit 180 Motorrädern über Nacht nach Lörrach, von dort auf Achse in den südlichen Schwarzwald. Das Warm-up für eine 1500 Kilometer lange Reise, die abseits der Autobahnen durch schönste Mittelgebirgslandschaften zurück nach Berlin führte.
Zunächst fuhren die Biker der Bundestags-Sportgemeinschaft, verteilt auf 19 kleine Gruppen, durch die Vogesen zum europäischen Parlamentssitz nach Straßburg. Am Berg Grand Ballon sah man in den tief hängenden Wolken die Gabel-Enden kaum, aber am Pass Col de la Schlucht schien schon die Sonne. Sie sollte für die folgenden drei Tage für herrliches Tourenwetter sorgen.
Im Elsass stoppten die Biker unter anderem an der Haut Koenigsbourg, Anfang des vergangenen Jahrhunderts eine Residenz der Preußenkönige, und am Kloster St. Odile. Geschichtsträchtig ging es am nächsten Morgen weiter zur „Wiege der deutschen Demokratie“, wie Bundestagsvizepräsident Hermann-Otto Solms in seinem Grußwort das Hambacher Schloss bezeichnete. Zwischen den Stationen führte die Route durch gut ausgewählte kleine Waldstraßen mit scheinbar endlosen Kurvenkombinationen. So konnten sich auch die Mitfahrer, die auf Leihmaschinen der Mitglieder des Industrieverbandes Motorrad unterwegs waren, mit den Vorzügen moderner Tourenbikes vertraut machen. Wie ausgereift und beherrschbar die Maschinen sind, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass trotz der teilweise sehr anspruchsvollen und zügig gefahrenen Strecken keine nennenswerten Unfälle passierten.
Folgenlos blieb auch der Abstecher zum Hockenheimring. Die im Pulk von 180 Motorrädern gefahrene Runde stellte niemanden vor echte Herausforderungen. Spektakuläre Fahrmanöver zeigte stattdessen das Suzuki-Motorsportteam mit Supermoto-Teamweltmeister Jan Deitenbach. Er opferte im badischen Motodrom einen Hinterradreifen für gekonnte Slides und millimetergenaue Fahrmanöver.

Abends wurde Mainz erreicht, wo die Kondition noch für die Besichtigung der Kupferberg-Sektkellerei reichte. Am nächsten Morgen wurden die Bundes-Biker im Landtag von Rheinland-Pfalz empfangen.
Danach war wieder jede Menge Fahrspaß und eine 400-Kilometer-Landstraßen-Etappe angesagt. Durch den Taunus ging es an den Vogelsberg. Dort hatte der MSC „Rund um Schotten“ ein Mittagessen vorbereitet. Im Vereinsheim an der historischen Rennstrecke erfuhren die Mitfahrer einiges über die legendären Rennen rund um den Berg. Mit dem Classic Grand-Prix, der Mitte August stattfindet, lebt diese große Motorradsporttradition in der Region fort.
Vor der Rückkehr nach Berlin wurden die Motorradfahrer der Bundestags-Sportgemeinschaft bei einer letzten Rast im BMW-Werk in Leipzig empfangen.
Text: Hans-Jürgen Weigt, Fotos : pt