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Spirit-Tour – Abenteuer BMW GS Trophy

Was habe ich mich früher lustig gemacht. Über diese Wüsten-Reisegruppen im Wichtigwichtig-Rallye-Outfit. Mit Startnummern und Blutgruppe. Diese coolen Typen mit Sonnenbrille, lässigem Auftreten und allerlei Werbebotschaften auf dem Rallye-Anzug. Und jetzt das.
Wühlmeute: Wo der Tiefsand lauert, blüht sie auf, die internationale MännerfreundschaftMein Anzug heißt auch „Rallye“. Sogar „Rallye Pro“. Ich hocke auf einer Enduro, die neben Sponsorenaufklebern von Touratech, Metzeler und Bosch meine Startnummer trägt: 105. Dicht daneben kann ich meinen Namen lesen, eingefasst in die Nationalflagge und, na sicher, die Blutgruppe: A positiv. Was mache ich hier bloß?
Nicht „Rallye“, nicht „Raid“, sondern „Trophy“ heißt die Veranstaltung, in die ich geraten bin. GS Trophy. Ein internationaler Wüstenwettkampf, der zeigen soll, wie viel Abenteuergeist in BMW-Motorrädern, BMW-Fahrern und natürlich BMW im Allgemeinen steckt. Angetreten sind Sechser-Teams aus fünf Ländern: Italien, Spanien, Japan, USA und Deutschland. Bei denen handelt es sich jeweils um drei in beinharten Vorläufen ermittelte Qualifikanten und drei Journalisten. „Embedded“ hieß so was damals im Golfkrieg. In unserem Fall soll die Berichterstattung aber bei allem Kampf eher das brüderliche Miteinander der F 800 GS fahrenden Volksvertreter zum Inhalt haben. Ausschließlich Im Zeichen des Stollenrads: Fünf Nationen hielten in Tunesien die GS-Flagge hoch Amateure, ist klar. Schon ein kurzer Blick auf meine Mannschaftskameraden zeigt aber: so ganz normal sind die alle nicht. Dirk zerlegt, verkauft und transportiert beruflich BMWs und gibt On- und Offroad-Fahrtrainings. Ali veranstaltet Enduroreisen. Auch Karl-Heinz ist gerne mal als Tourguide unterwegs und Tomm, kurzfristig für einen bauchwehen Schreiber eingesprungen, ist quasi der Hausherr von Hechlingen. Kollege Timo geht es wie mir: Wir fühlen uns vergleichsweise unprofessionell.
Auch die anderen Teams sehen verdammt kompetent aus. Italiener mit rot-weiß-grün lackierten Helmschirmen und wildem Gockelkamm obendrauf. Spanier wie aus der Men’s-HeKilling me softly: Am Ende musste sich auch das Getriebe des achtradgetriebenen Rallye-Trucks dem weichen Sand geschlagen gebenalth-Bauchmuskelgruppe und mit Jordi, der aussieht, als könnte er ein, zwei GS notfalls unterm Arm über die Düne tragen. Die Japaner fahren immerhin einen Dakar-Piloten auf, Ex-BMW-Werksfahrer Jimmy Lewis geht diesmal als Journalist und hat US-Kollegen aus dem Cross- und Supercross-Zirkus mitgebracht. Sieht alles in allem nicht so aus, als würde mir in den nächsten Tagen irgend jemand im Weg herumstehen.
Doch halt: Es geht ja gar nicht um Geschwindigkeit. Sondern um ein „Once in a lifetime Adventure“. Ehrensache, dass man dazu nicht mal eben per Business-Class einfliegt, sondern im Stil der alten Entdecker reist: Auf Achse nach Genua, 24 Stunden Dampferfahrt und anschließend ein langer Ritt südwärts, der hitzeflirreGut kalkuliert: Der nach wenigen Kilometern defekte Stoßdämpfer blieb tatsächlich ein bedauerlicher Einzelfallnden Weite der Sahara entgegen. Zeit genug, um die Distanz zwischen den Kontinenten ins Bewusstsein zu rücken. Wer so reist, kommt weniger in Versuchung, Nordafrika mit einem Abenteuerspielplatz um die Ecke zu verwechseln.
Aber hart ist es schon. Wer jemals an einem Autobahn-Maut-Terminal hinter einem Motorradfahrer ausgeharrt hat, ahnt, was passiert, wenn 33 Enduristen durch ein und dieselbe Schranke müssen. Immer schön einer nach dem anderen. Bis die Technik streikt. Auch das Tanken verläuft zähflüssig wie der Pinkelstopp bei einer Senioren-Busreise. Tage im Konvoi sind für nach Freiheit und Abenteuer dürstende Individualisten eine echte Herausforderung.
Einer für alle: Touratech-Meister Clemens überzeugte im weiteren Rennverlauf auch als ReservefahrerImmerhin: Den Tunesiern gefällts. Wo unser grauschwarzer Lindwurm auftaucht, erntet er offene Begeisterung. Winkende Männer, lächelnde Frauen, jubelnde Kinder. Damals mit dem Trabbi nach Westberlin muss so ähnlich gewesen sein. Selbst die Polizei nimmt ihren Dienstleistungsauftrag ernst und trillert uns höflich vorbei; an Verkehrskontrollen, an roten Ampeln und an den Tunesiern, die uns sowieso freundlich den Vortritt lassen. Ein bisschen von dieser Entspanntheit im deutschen Feierabendverkehr, und diese Welt wäre ein besserer Ort.
Zum Glück hat jede Straßenetappe irgendwann ein Ende. Kurz vor der Oase Ksar Ghilane bekommen Männer und Maschinen endlich den Staub einer Gesprengte Ketten: Die tschechische Erstausrüsterqualität im BMW-Endantrieb stieß im Hardcore-Einsatz an ihre Grenzenharten Geröllpiste zu schmecken. Es wird ernst. Nach zwanzig Kilometern platzt das erste Federbein. Ich rechne kurz hoch und frage Touratech-Mechaniker Clemens, wie viele Reservedämpfer denn so vorrätig sind. „Dieser“, grinst er gequält, „und der im Ersatzbike“. Na, dann mal ab in die Dünen.
Trophy-Organisator Beppe kennt sich aus. Seit gut einem Vierteljahrhundert ist der Italiener in Afrika unterwegs. Camel-Trophy, Tunesien-Rallye, Abenteuerreisen. Er weiß, dass kaum irgendwo in der Sahara die Dünen tückischer sind als vor Ksar Ghilane. Kleine, weiche Mistdinger, die niemals Gelegenheit bieten, Schwung oder Atem zu holen. Genau das Richtige zum Üben also. Und damit es nicht zu lässig wird, findet der Trainingslauf zur "Never use the clutch!" – bei den einleitenden Tipps zum richtigen Sandfahren hat nicht jeder gut zugehörtgrößten Tageshitze und mit vollem Reifendruck statt.
Fahrer Roberto parkt den Toyota eine optimistische Distanz entfernt als Wendeboje im Sandmeer. Es ist nicht mein erstes Mal hier. Ich ahne Schlimmes. Und richtig: Minuten später ist die Wüste mit versunkenen Motorrädern gespickt. Statt der Lektion in Sachen Fahrtechnik steht plötzlich Teamwork auf dem Stundenplan. Motorräder freilegen. Auf die Seite legen. Wieder oben auf den Sand stellen. Durchatmen. Helfende Hände an Gabelholme und Sturzbügel. Und Gaaaaas!!! Nach ein paar schlingernden Metern das gleiche Spiel von vorne. Und noch einmal.
Es tröstet mich ein bisschen, dass King Lewis nur eine Düne weiter steckt. AnstrengenWüstenfahren für Anfänger, Lektion I: Hier zeigt uns Herr Lewis das korrekte Wenden am Bergd ist es trotzdem. Das Herz pocht unter der Schädeldecke, Müdigkeit sickert in die Muskeln und die Lungen versuchen vergeblich, mehr Sauerstoff aus der Wüstenluft zu saugen. Nach dem dritten, vierten geborgenen Motorrad bekomme ich eine Ahnung, wie es Everest-Bezwingern gehen muss, die sterbende Kameraden in der Wand zurücklassen. Ich bin sicher, der ein oder andere würde es mit der GS gern genauso machen. Aber zum Glück ist das wachsame Auge der Weltpresse vor Ort. Und Thomas, der einen Film über die Trophy dreht. Das setzt Kräfte frei.
Die werden heute Abend auch noch dringend benötigt. Die erste „Challenge“ wartet: ein Orientierungsmarsch in die Nacht. Schlecht nur, dass der Tief einatmen: Gruppenreisen in der Wüste stellen erhöhte Anforderungen an die LuftfilterAusgangspunkt, eine alte Festungsruine, mitten in den Dünen liegt. Nachdem sich Team „Djerrmani“ über die verspurte Sandpiste den Weg gebahnt hat, wird es einsam um uns. Irgendwann kommt Herr Lewis. „Forget it“, analysiert er, „everybody got stuck“.
Kaum zu glauben, welche Dramen sich auf nur einem Kilometer Wüste abspielen können. Überall fingern Scheinwerferkegel im Abendhimmel herum, bohren sich in Dünenwände und verschwinden in aufgewirbelten Sandfontänen. Die eben noch befahrbare Piste sieht aus wie Nachbars Zierbeet nach dem Besuch einer Wildschweinrotte. Menschen und Motorräder purzeln kunterbunt umher, alle wollen zurückfahren, aber alle müssen immer wieder anhalten, um zu helfen oder nicht über KJetzt aber los: Die Nachtetappe brachte die Kühlsysteme von Menschen und Maschinen an ihre Grenzenollegen zu rumpeln. Um dann selbst beim Anfahren ein Opfer des Untergrunds zu werden. Pure Plackerei. Am Ende auch für Clemens, der bis tief in die Nacht übergekochte Kühlsysteme entlüftet.
Logisch, dass sich BMW-Marketingmann „Wollker“ Sorgen macht. Um uns. Ums Material. Um seine ganze Wüstenmission. Ob wir nicht vielleicht doch lieber mehr so außenrum...? Sieht ja doof aus, wenn am Ende alle mit dem ADAC nach Hause müssen. Zum Frühstück lässt Beppe abstimmen: Wollen wir lieber die Schmusenummer? Oder die harte Tour? Die volle Dosis, das absolute Erlebnis? Von jetzt an kann niemand mehr behaupten, man hätte ihn nicht gewarnt.
Zwei Stunden später irrenHier geht's lang: Oder halt in Gegenrichtung, man weiß es nicht so genau wir wieder zu Fuß durch die Dünen. Erfreulicherweise mal nicht, um versunkene Motorräder zu bergen, sondern um winzige Markierungspfosten zu finden. Endlich der erste Wettbewerb. Kompass, Peilung, Wegstrecke müssen reichen, um auf zwei entgegengesetzten Runden zehn Punkte in der Landschaft aufzuspüren.
Gegensätzlich sind auch die Taktiken. Ganz nach Landessitte. Die Japaner im engen Gruppenverbund, die Deutschen betont systematisch und die Italiener laufen einfach mal los. Jordi ist es zu warm. Er sieht bei einem guten Zigarillo zu, wie uns seine Mit-Spanier übersprinten als wären sie auf dem heimischen Laufband unterwegs. Team Italy trudelt als allerletztes ein, schafft es aber irgendwie, noch vor den SpaniernWüsten-Luxus: Der Truck hatte neben Cräckern und Dosen-Thunfisch immer auch Schatten für die Mittagsrast an Bord wieder halbnackt in der Sonne zu sitzen und verdammt gut auszusehen.
Platz zwei, gar nicht schlecht. Zumal Team Jordi in fahrtechnischer Hinsicht zu knacken sein dürfte. Schon früh am Nachmittag erreichen wir den Schauplatz der nächsten Sonderprüfung: die Dünen von Biben. Ein Riegel aus Sandbergen, in dem ich vor Jahren mal eine GS mit leerer Batterie geparkt habe. Das sollte morgen nicht passieren. Es geht auf Zeit.
Bis dahin haben wir Gelegenheit, uns häuslich einzurichten. Der Rallye-Truck spuckt drei Dutzend Equipment-Bags aus und bald stehen am Ende der Spuren, die aussehen als wären verwirrte Meeresschildkröten zur Eiablage an Another one bites the dust: Der tiefe Boden verschlang mehr Energie als mancher Fahrer mobilisieren konnteLand gerobbt, kleine gelbe Touratech-Zelte. Lagerfeuer, Sternenhimmel, im Sand gebackenes Brot – ein Hauch von Wüstenromantik macht sich breit.
Bei der Auslosung der Reihenfolge zieht Dirk die Eins fürs deutsche Team. Das heißt: morgenfrischer, jungfräulicher Sand. Das heißt aber auch, dass wir die Chance nutzen und unbedingt Bestzeit fahren müssen. Nur mit halbem Ohr hören wir Wollker noch von „Team-Spirit“, „Fun“ und „Adventure“ erzählen. Alle sechs fühlen wir eine Anspannung, als müssten wir bei Sonnenaufgang einen Elfer für die Nationalmannschaft verwandeln.
Sonnenaufgang? Schön wär’s. Als uns um Viertel vor Sechs blecherne Weckmusik aus dem Tiefschlaf säuselt, ist es noch stockfinster in Afrika. Der Suchbild: Auch auf dieser Aufnahme hat unser Fotograf Arnold wieder Motorradfahrer verstecktSchlafsack ist nass und sandverklebt. Dass ich aufs Zelt verzichtet habe, ärgert mich aber nur kurz. Viel wichtiger ist, dass der Tau die Befahrbarkeit der Dünen verbessern dürfte. Auch über die Richtung kann es keinen Zweifel geben: Karl-Heinz der Unermüdliche hat unsere Siegerstraße in der Nacht mit eng gesetzten Abdrücken seiner Birkenstock-Sandalen markiert.
Dann mal los. „One Minute to start“, ruft Bepe an der Startlinie. Die Twins knurren, das Zwischengas wird nervöser und in meinem Bauch fühlt es sich an wie beim ersten Rendezvous. Dirk, Timo, Ali, ich, Karl-Heinz, Tomm. Da es durch ein paar enge Tore geht, müssen wir hintereinander fahren. „Ten, nine, eight...“ Viel Glück, Jungs! „... two, one, Gooooo!!!“ Bloß nicht eingraben, bloß Schön wäre es gewesen: Am Ende musste Team Djerrmani den US-Boys den Vortritt lassendranbleiben, bloß nicht stürzen. Schon an der dritten Düne geht es schief. Ich starre auf Alis Hinterrad, das mir prompt eine Ladung Sand in die Augenhöhlen presst. Wie in einem Billigwestern. Nach ein paar Metern Blindflug torkele ich zu Boden, reiße die GS hektisch wieder hoch und eiere wild zwinkernd dem Feld hinterher. Als ich wieder räumlich sehen kann, ist die Lücke geschlossen und Team Djerrmani fräst sich ohne Zeitverlust ins Ziel. Im Überschwang der Gefühle stapfen wir zurück und retten Japaner, Spanier und Italiener, die den schnellen US-Boys nacheinander den Sand zerwühlen. Die Dankbarkeit ist also ganz auf unserer Seite: 20 Sekunden Vorsprung, Gesamtführung und alle haben uns lieb.
Die Trophy-Sieger der Herzen: Das tapfere Team Japan ließ sich nicht kleiner kriegenDoch in den nächsten Tagen dreht sich der Wind. Keine Sonderprüfung läuft, wie sie soll. Ein Wechselfehler verdirbt die Zeit bei der Runde durchs tunesische „Monument Valley“, beim Staffelrennen schafft es jeder, sich mindestens einmal in die Landschaft zu stecken, und auf der Zielgeraden wird Dirk auch noch von Herrn Lewis überholt. Der rätselhafterweise als Gastfahrer für Team Japan am Hahn dreht. „Ist doch egal, wer gewinnt“, erklärt Rennleiter Wollker das Reglement, „es geht um den Team-Spirit“. Worte, die damals den ersten Marathon-Läufer sicher ähnlich begeistert hätten. In kurzen Hosen sieht die Welt eben anders aus als in einer durchgeschwitzten Rallye-Kombi.
Ohne den Teamgeist säßen sowieso längst deutlich mehr Leute im Auto als nur der gemütliche Jordi und die paar Pullt, Jungs: Motorräder eine Düne hochzerren ist Morgengymnnastik für MasochistenLeichtverletzten. Die Tage im Mehlsand mit seinen versteckten Furchen und Kanten haben nicht nur einige Motorräder demoliert, sondern auch in die Gesichter tiefe Furchen gegraben. Nur Team USA wirkt unverändert frisch und vollzählig, als es an die letzte Sonderprüfung geht. Rund um das Pappmachee-Dorf, in dem einst Luke Skywalker und Chewbacca in „Star Wars“ unterwegs waren, haben Beppes Helfer eine große Dünenrunde abgesteckt.
Diesmal greift Dirk ins Klo: fünfter Startplatz. Ausgleichende Gerechtigkeit könnte man das nennen. Aber nach jeweils zwei Wertungsrunden haben uns dann mehr als 40 Motorräder den Weg zerwühlt. Und der scharfe Linksknick Zwei Stürz, zwei Knöchel: Italien-Manager Claudio überzeugte bei seinem kurzen Gastspiel durch überragende Effizienz direkt vor dem Dünenkamm sieht schon unberührt wie eine Einladung zum Untergang aus.
Welche die Spanier direkt als Erste annehmen. Entschlossen schießen sie im Pulk die Düne hoch, gleichzeitig erreichen sie den Linksknick, um dann gleichzeitig zu merken, dass hier auf keinen Fall alle auf einmal durchpassen. Die Italiener wählen, klar, die gleiche Taktik und krönen ihre Vorstellung mit einer Kollision, bei der eine GS mit abgerissener Seitenständerfeder auf der Strecke bleibt. Die tapferen Männer aus Fernost beißen ein letztes Mal die Zähne zusammen. Die Amis zeigen wieder allen, wie es richtig geht.
Auch Ali hat eine geniale Idee: „Wir bleiben einfach nicht stecken“. Guter Plan. Olémineh: Hier sehen wir Team Spanien beim verspäteten Versuch, sich über die Reihenfolge beim Dünenrennen einig zu werdenSo könnte es gehen. Einer nach dem anderen fräsen wir die Düne hoch. Meine Versagensängste sind offenbar besonders groß: Ohne es zu wollen finde ich mich plötzlich ganz vorne wieder. Keine Zeit, zurückzuschauen. Hoch, runter, hoch und links, ein langer Drift durch die Ebene und zum ersten Mal durchs Ziel.
Die Düne sieht schlimm aus. Aber alle sind durch. Team Spanien wartet als Rettungstrupp am Wendepunkt. Fetzen von Anfeuerungsrufen dringen durch das gequälte Brüllen des Twins. Die GS schlingert, sie baggert, und als sich mein Tunnelblick endlich weitet, schwingt sie in einem sanften Boden ins Tal. Der Blick zurück könnte nicht schöner sein: Als Silhouetten vor dem Abendhimmel gleitet das vollzählige Team Djerrmani über die Dünenkämme, dem sicheren Zieleinlauf entgegen. Kurz Mit wehenden Fahnen: Das dezimierte Team Djerrmani zeigte auch bei der abschließenden Strandetappe eine umwerfende Leistungdarauf liegen sich überall schmutzige, glückliche Männer in den Armen, und klopfen sich brüderlich den Staub von den Rücken. Völkerverständigung kann so herrlich einfach sein.
Ich spüre ein merkwürdiges Gefühl in der Halsgegend. Es ist noch ein langer Weg zurück nach Europa. 150 Kilometer eiskalter Regen in Tunesien. Eine letzte Tiefsandetappe am Strand von Sousse. Siegerehrung am Meer mit internationalem Ärmeltausch. Gemeinschaftliches Warten. Am Hafen. Am Zoll. An der Mautstation.
Mein rechter Arm steckt in einem zu kleinen Ärmel mit japanischer Flagge drauf. Fühlt sich trotzdem gut an. Als wir auf einem schäbigen Mailänder Parkplatz Autogrammkarte XXL: Tamer freut sich über ein neues Ausstellungsstück, zu besichtigen in seinem "Café La Porte du Desert" zwischen Douz und Ksar Ghilanedem Ende der Trophy entgegenrollen, hat sich das Kratzen in meiner Kehle in einen dicken Klumpen verwandelt. Das liegt sicher nicht daran, dass wir nur Zweite geworden sind, gemeinsam mit den Spaniern. Dass muss dieser verdammte Team-Spirit sein.
Bald soll es also wieder eine GS-Trophy geben. Irgendwo anders auf der Welt. Mit noch mehr Teilnehmern aus noch mehr Ländern. Die sich anschließend mit dem „once in a lifetime“ bestimmt ebenso schwer abfinden werden wie ich. 

Text: Guido Bergmann
Fotos: Arnold Debus, Herbert Schwarz

 

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