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Das Eine-Welt-Bike: So fährt die BMW G 310 R

Wuselig: Die BMW G 310 R geht super-flink ums EckOb das „G“ bei der jüngsten BMW vielleicht für „Globalisierung“ steht? Das Motorrad haben Ingenieure in München entwickelt, es läuft in Indien vom Band und soll voranging in Südamerika und Asien auf den Markt kommen. Aber auch auf deutschen Straßen soll der Spaß nicht zu kurz kommen – wir haben eine Runde mit der neuen G 310 R gedreht.
 

Um es direkt zuzugeben: Ich bin mit recht niedrigen Erwartungen zur ersten Fahrpräsentation der BMW G 310 R angereist. Okay, ein Kleinverbrenner für den Südost-Asiatischen-Markt. Wir kennen sie ja: Die Bilder von Brot-und-Butter-Bikes, beladen mit drei Personen und zwölf Hühnern, unterwegs zum Wochenmarkt in Bangkok.
Durchaus wertig: Die BMW G 310 R sieht überhaupt nicht nach Billigheimer ausAber dann kommt es irgendwie doch anders. Der erste Eindruck: Alles picobello und wie aus dem Ei gepellt bei der BMW G 310 R. Lack, Kunststoffteile, Spaltmaße, Metalloberflächen und Schraubenköpfe – alles tacko. Weit weg von der befürchteten Nutzfahrzeug-Tristesse, sehr wertige Anmutung, auch in den Details.
Nun gut, wer suchet, der findet. So sind die Dekoraufkleber der G 310 R nicht überlackiert und an den Handhebeln vermissen wir rechts wie links die Weitenverstellung. Aber schließlich reden wir hier von einem Neumotorrad für unter 5000 Euro. Und gemessen daran fährt BMW hier wirklich großes Kino auf.
Bemerkenswert: Die Maschine wird nicht nur in Indien endmontiert, nein, auch Motorinnereien und Fahrwerkskomponenten stammen vom Subkontinent. Unterm Strich gibt BMW Quote von etwa 95 Prozent nichteuropäischer Teile an. Und es war wohl nicht ganz einfach, den Mitarbeiter des örtlichen Kooperationspartners TVS Motor Company die Qualitätsstandards des BMW-Stammwerkes zu vermitteln.
Neben der hohen Qualitätsanmutung fällt die großzügige Dimension vieler Komponenten auf. Die 41er USD-Gabel würde auch einem 50-PS-Motorrad gut anstehen, der fette Vierkolbenstopper vorne stammt von indischen Brembo-Ableger BYBRE und gibt sich in diesem Umfeld eher unterfordert. Modernes ABS ist ja ohnehin selbstverständlich, die seitlichen Reflektoren belegen ebenfalls den Euro4-Standard.
Gedrehte Einbaulage: Der Motor der BMW G 310 R atmet vorne ein und hinten ausBei so vielen Gedanken zu Qualität und Anmutung fällt fast die durchaus interessante Technik der G 310 R unter den Tisch. Besonders auffällig ist der Einzylinder, bei dem Ein- und Auslass entgegen der üblichen Anordnung getauscht sind. Soll heißen, der Single atmet von vorne in Fahrtrichtung ein und nach hinten per kurzem Krümmer aus. Dabei ist der Zylinder nach hinten geneigt, was als zarte Anspielung ans Fallstrom-Prinzip zu werten ist, aber auch die Schwerpunktlage der G 310 R verbessern soll. Ähnliches fuhr ja bereits Yamaha 2010 mit dem Crosser YZ450F auf.
Beim Fahren verhält sich das gedrehte Motorenlayout unauffällig. Der Single arbeitet sich emsig die Drehzahlleiter hoch. Gemessen am Hubraum ist der Durchzug solide, zum Überholen solle man aber besser zwei Gänge heruntersteppen. Vibrationen sind spürbar, aber nicht lästig.
Auch ein paar kleinere Perfektionsmängel gibt es. Beim Kaltstart lässt sich der Motor doch etwas bitten. Und von sechs Bikes in unserer Gruppe verhielten sich vier beim Zurückschalten mehrerer Gänge ziemlich zickig, typischerweise beim Heranrollen an eine rote Ampel. Die beiden Singles ohne dieses Problem belegen natürlich, dass es sich um einen Montage- oder Fertigungsfehler handeln muss, der bis zum finalen Serienstart ausgeräumt sein sollte und ansonsten ein klarer Garantiefall wäre.
Auf der Piste fällt die eher softe Grundabstimmung der Federelemente auf, die Dämpfung am Hinterrad muss man fast schon suchen. Ein typisches Setup, um bei mittellangen Federwegen eine hohe Schlechtwege-Kompetenz zu realisieren. Dennoch zeigt die G 310 F auf unserer immerhin 190 Kilometer langen Testrunde nur wenig Tendenz zum Schaukeln oder Nachschwingen.
Wenn sich dieser Eindruck auf unseren Standardteststrecken in Eifel und Sauerland verfestigt, hätte BMW hier tatsächlich die Quadratur des Kreises geschafft. Und nicht zu vergessen, die aufgezogenen Michelin Pilot Street Pneus, die eine grundsolide Vorstellung abliefern und eine höherer Qualitätsliga verkörpern als die Gummis, die in Indien üblicherweise auf den Felgen landen.
Drahtiger Geselle: Wie auch die KTM 390 Duke ist die BMW G 310 R ein echtes Motorrad gewordenDie Sitzhöhe der BMW von 785 Millimeter stellt auch kürzer gewachsene Persönlichkeiten kaum vor Herausforderungen, der schmale Einzylinder und das schlanke Elf-Liter-Benzinfass tun das Übrige, um Einsteigern Sicherheit und Routiniers Leichtigkeit zu vermitteln. Doch BMW wäre nicht BMW, wäre für die G 310 R nicht bereits ein großes Programm an Zubehörteilen im Angebot. Unter anderem natürlich eine höhere Sitzbank, die jenseits der 1,80 Meter sicherlich sinnvoll ist.
Abweichend von den Berliner BMWs werden die G 310 R bei TVS nicht nach Kundenauftrag gefertigt, sie laufen als Klone vom Band und werden erst vor der Auslieferung beim Händler mit Extras versehen. Damit reagiert BMW auf die langen Transportwege – eine maßgefertigte Maschine wäre wochenlang unterwegs, was zu inakzeptablen Lieferzeiten führt. Eine Problematik, die japanischen Hersteller nur zu gut bekannt ist.
Doch wie stark ist die BMW G 310 R auf dem deutschen Markt? Ganz allgemein hat sie mit demselben Problem zu kämpfen wie auch ihre Klassenkollegen, nämlich das reichhaltige Angebot an guten Gebrauchtmaschinen mit mehr Hubraum.
Für 4750 Euro ist die BMW ein faires Angebot. Aber dafür bekommt man auch eine gute Kawasaki ER-6 oder Yamaha FZ8 mit akzeptabler Laufleistung. Damit dürfte sich die Zielgruppe auf Einsteiger und Einsteigerinnen konzentrieren. Der Kreis könnte sich noch um Citybiker erweitern, die einfach eine Alternative zum Roller suchen.
Anders sieht die Lage natürlich in Asien und Südamerika aus. Dort firmiert die kleine BMW als Superbike und kann sich inmitten der üblichen 100- bis 250-Kubik-Maschinen an die Spitze der Nahrungskette setzen. Dort prunkt die G-Klasse nicht nur mit Leistung und Hubraum, sondern auch mit der wertigen Verarbeitung und den soliden Details. Im Reigen der China-Bikes ist das neben dem Prestigefaktor auch ein praktischer Mehrwert.

von Wulf Weis


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 


Technik BMW G 310 R
Motor:
Einzylinder-Viertakt, flüssigkeitsgekühlt, vier Ventile/Zylinder
Hubraum:
313 cm³
Leistung:
25 kW (34 PS) bei 9500 min-1
Drehmoment:
28 Nm bei 7500 min-1
Bremse v./h.:
320-mm-Doppelscheibe mit Vierkolben-Festsätteln /
240-mm-Scheibe mit Zweikolben-Schwimmsattel
ABS:
ja
Reifen v/h:
110/70 R 17 / 150/60 R 17
Federweg v/h.:
140/131 mm
Sitzhöhe:
785 mm
Tankinhalt:
11 l
Leergewicht:
159 kg
Preis zzgl. Nk.:
4750 Euro

Fazit
BMW müht sich erfolgreich, die neue G 310 R nicht als Billigheimer oder Kleinverbrenner dastehen zu lassen. Großzügig dimensionierte Fahrwerks- und Bremskomponenten und gemessen am Klassenstandard recht breite Reifen lassen die G 310 R sehr erwachsen wirken.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.4 (14 Bewertungen)

MOGO

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Am 14.05.2017
Motorradkorso mit anschliesendem Gottesdienst.
Treff: Ab 11:30 Uhr am Freibad in Reutlingen
Beginn Korso: Ab 13:30 Uhr
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www.mfwannweil.com

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