Sehen und gesehen werden lautete das Motto der Kradbetreiber, die erneut zur European Bikeweek nach Faak und zur zeitgleich über die Bühne gehenden Arneitz-Custom-Show anreisten. Sowohl das offizielle Harley-Event als auch die Custom-Party in der Nachbarschaft feierten mit über 100 000 Gästen Mitte September ein rauschendes Fest.
Wer meint, dass auf dem Festival am Faaker See unter dem Label „Harley-Davidson und Buell“ nur V-Twin-Treiber das Sagen haben, irrt gewaltig. Zwar ging dieses Europa-Treffen ursprünglich von den Markenfetischisten der schweren Eisen aus Milwaukee aus, doch mittlerweile fühlen sich auch alle anderen Kradbetreiber von dem riesigen, farbenfrohen Meeting angesprochen. Der Aufruf schallt über den ganzen Kontinent, der Rummel findet sechs Tage lang rund um den Faaker See im österreichischen Kärnten statt. Sinnigerweise darf die Straße um den See für die Dauer der Party nur in einer Richtung befahren werden. Der Strom der Motorräder, Trikes, Scooter, Quads und aller weiteren Arten von Fahrmaschinen reißt vor allem am Wochenende auch nicht mehr ab. Selbst direkt am Seeufer ist das Grollen der unzähligen Motoren von der Straße her nahezu ungefiltert zu vernehmen, gleich einem stetigen Strom, fast wie Ohrenrauschen, nur viel angenehmer. Das Epizentrum direkt in Faak ist schnell ausgemacht. Im dortigen Harley-Village siedelten sich wieder auf über 40 000 Quadratmetern mehr als 20 europäische Harley-Davidson und Buell-Dealer sowie über 70 freie Händler an, präsentierten Bikes, Zubehör und Bekleidung. Mehr als 25 Stände sorgten für das leibliche Wohl. In der temporären Zeltstadt boten 22 Bands der verschiedensten Musikrichtungen den anderen Ohren- und Augenschmaus neben dem Sound der über 75 000 Fahrmaschinen, die zeitweilig auch immer mal mitten auf dem Platz geparkt wurden - zur allgemeinen Bewunderung der Anwesenden. Eine Pokalvergabe gab es dementsprechend auch, um den Besten der Besten auszuzeichnen. Ein Belgier erhielt damit die Eintrittskarte für den Custom-Bewerb in Sturgis. 
Während in Faak das Hausrecht eindeutig bei der USA-Marke liegt, ging es wie immer einen Kilometer weiter bei der Arneitz-Custom-Show fast Out-law-mäßig und weitaus bunter, wilder und noch quirliger einher. Tägliche Stunt-Vorführungen wechselten sich mit Shows und Selbstdarstellungen ab, Probefahrten inszenieren dort auch andere Marken wie Triumph, die mit ihrem Promotion-Truck herausragen zwischen all den Spezial-Customizing-Betrieben und Dealern für Zubehör und Accessoires rund um die kostümierte Fahrmaschine. Apropos Kostüm: Das Ausstaffieren bezieht sich bei diesem Festival nicht nur auf das geliebte Mopped, sondern vielmehr auf dessen Betreiber. Die phantasiereichen Outfits und Bemalungen der Protagonisten erinnern schon mehr an einem Karnevalsumzug, sehr zur Gaudi aller Beteiligten sowie Schaulustigen. Der Buntheit ist jedenfalls keine Grenze gesetzt, der strahlende Sonnenschein brachte das farbenfrohe „Fahrende Volk“ erst recht zum Strahlen und Leuchten. Infos unter www.europeanbikeweek.com.
Text: Sabine Welte
Fotos: welte/agnomic
Aus: Regionale Motorradmagazine 11/2009