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Sportspritze: Suzuki GSX-S 1000 F im Fahrbericht

Noch mehr Sportsgeist als die nackte Schwester soll die verkleidete GSX-S 1000 F über die Landstraße tragen. Zum Erstkontakt wählte Suzuki dann auch die wohl berühmteste Straßenrennstrecke der Welt: den Mountain Course auf der Isle of Man.

So ein bisschen enttäuscht war ich ja schon von der Isle of Man. Seit ich mich für Motorräder interessiere, verfolgen mich die atemberaubenden Bilder von Tourist-Trophy-Bikes, die im Tiefflug über Ballaugh Bridge setzen oder in apokalyptischer Schräglage haarscharf an Hauswänden vorbei jagen. Und jetzt darf ich hier mal selbst am Griff drehen.
Die gute Nachricht: Auf der Isle of Man gibt es kein generelles Tempolimit für die Landstraße. Es folgen aber direkt zwei schlechte Nachrichten: Es gibt insgesamt nur eine Handvoll mehr oder weniger kurzer Streckenabschnitte, wo dann auch wirklich was geht. Und im Gegensatz zur legendären TT ist an unserem Fahrtermin nichts abgesperrt.
Der ganz normale Berufsverkehr schiebt sich durch die Dörfer, und mehr als einmal hängen wir frustriert hinter einem Lieferfahrzeug in Überbreite fest. Wer eine wirklich traumhafte Motorrad-Insel sucht, sollte besser nach Sardinien schielen.
Weniger überraschend der Eindruck zur neuen Suzuki GSX-S 1000 F. Diese entspricht nämlich exakt der bereits bekannten GSX-S 1000 (Maxitest NEWS 7/15). Mit Ausnahme der sichtbaren Anbauteile natürlich: Vollver­kleidung und eckig gestaltete Rückspiegel machen den Unterschied zum 600 Euro günstigeren, nackten Basismodell aus.
Das heißt, eine unsichtbare Änderung gibt es doch: Der Gabelölstand wuchs um vier Millimeter. Das entsprechend kleinere Luftpolster sorgt für eine härtere Gesamtfederrate der USD-Gabel. Das ist aber weniger dem zusätzlichen Verkleidungsgewicht von fünf Kilo geschuldet, sondern eher der „Downforce“. Dieser denglische Fachbegriff bezeichnet den aerodynamischen Abtrieb, mit dem die Verkleidung bei zunehmendem Fahrt­wind die Front der Suzuki belastet.
Wie auch der Windwiderstand steigert sich die Downforce mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, bei Top­speed sollen sich bis zu 20 Kilo (196 N) einstellen. Zusammen mit dem Verkleidungsgewicht hat die Gabel hier 25 Kilo (245 N) mehr zu tragen als bei der Nackten.
Im Umkehrschluss ist die F-Gabel dann bei nie­drigerem Tempo, sprich auf der Landstraße, etwas straffer, weil sich bis hierhin weit weniger „Downforce“ aufgebaut hat. Und diese straffere Gabel zeigt dann schon mehr in Richtung Sport als ihr Gegenstück in der nackten GSX-S 1000. Wobei es für die freundliche Suzuki-Vertragswerkstatt ein leichtes wäre, den Gabelölstand am Naked Bike um besagte vier Milli­meter anzupassen.
In Sachen Wind- und Wetterschutz bringt die Verkleidung natürlich Vor­teile, wie wir in typisch britischem Nieselregen aus­probieren konnten. Doch zum Tourensportler kann, will und soll die GSX-S auch in der F- Variante nicht mutieren. Das kurze Stummel­heck mag weder Sozius noch nennenswerte Gepäckmengen und lässt nebenbei auch noch Spritzwasser zum Fahrerrücken durch.
Der Motor begeistert wie gehabt durch satten Druck in der Mitte und wilde Drehfreude im oberen Drittel. Richtig Pfeffer bekommt das Konzept durch die sehr kurze Übersetzung, die GSX-S 1000 F hält im Sechsten das gleiche Drehzahlniveau wie manch andere 1000er im Vierten. Das sorgt für spontanen Biss auf der Hausstrecke. Auf langen, schnellen Autobahnetappen nerven im Gegenzug die unnötig hohen Drehzahlen.
Was Geometrie und Federabstimmung angeht, gibt sich auch die F weniger stramm und stur als die reinen Supersportler. Auch Nebenstrecken zweiter Ordnung rütteln den Fahrer nicht übermäßig durch. Serpentinen und flotte Wechselkurven gehen am mittelbreiten Rohrlenker lässig von der Hand.
Keine Frage, das Konzept des Landstraßen­sportlers geht auf. Von kluger Zurückhaltung zeugt auch die Auslegung der vorderen Brembo-Bremsanlage. Die schicken Radial- Sättel sind nicht ganz so aggressiv belegt wie ihre Pendants aus dem Superbike, was sie in Schrecksituationen leichter kontrollierbar macht. Und dann wacht ja auch noch das nur 640 Gramm schwere Bosch-ABS. Die drei­stufige Traktionskontrolle komplettiert das Sicherheitspaket mit feinen Regeleingriffen auf schlüpfrigem Untergrund.
Ob die 600 Euro Aufpreis zur Nackten gut angelegt sind, hängt vom Einsatzprofil ab. Wer trotz kurzer Übersetzung häufig auf der Autobahn unterwegs sein möchte, wird die Plaste sehr zu schätzen wissen. Bei Landstraßengeschwindigkeiten spielt sich die Schale nicht so deutlich ins Bewusstsein.
Wulf Weis
 
Fazit: Die Suzuki GSX-S 1000 F versteht sich als verschärfte Variante der nackten Schwester GSX-S 1000. Ein reiner Straßensportler will sie sein. Touring, Gepäck und Soziusbetrieb sind ihr nach wie vor eher ein Gräuel. Wer einen echten Tourensportler sucht, muss sich weiter woanders umsehen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Technik

Motor: Vierzylinder-Viertakt-Reihe, flüssigkeitsgekühlt,
vier Ventile/Zylinder
Hubraum: 999 cm³
Leistung: 107 kW (145 PS) bei 10 000 min-1
106 Nm bei 9500 min-1
Bremsen: 310-mm-Doppelscheibe mit Vierkolben-Festsätteln
/ 250-mm-Scheibe mit Einkolben-Festsattel
ABS: ja
Reifen: 120/70 ZR 17 / 190/50 ZR 17
Tankinhalt: 17 l
Federweg: 120/130 mm
Sitzhöhe: 815 mm
Leergewicht: 214 kg
Preis: 12 795 Euro

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.6 (17 Bewertungen)

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