MOTORRAD.NET NewsFeed
MOTORRAD.NET Facebook-Seite
Follow MOTORRAD.NET on Twitter
MOTORRAD NEWS
Regionale Motorradmagazine
Motorrad Gespanne
Roller Szene

Dreimalklug: Die neue Triumph Speed Triple

Charakter. Der wird oft be­schworen, wenn Schwächen zum Konzept gehö­ren. Sieht der Kotflügel aus wie Mike Krügers Riechkolben? Charakter. Vibratio­nen, die einem die Plomben aus den Zähnen rütteln? Oder schmerzhafte Sitzposition? Charakter. Deshalb gel­ten fehlerfreie Moppeds gemeinhin als profillos – der Fahrer muss sich nicht damit auseinandersetzen. Und kann im Gegenzug befreit losfahren.

Gedeckte Töne: DIe auffälligen Lackierungen der Vorgängerinnen sind wohl nicht mehr inTriumph hat sich dieser Zwickmühle angenommen. Die Engländer wollen mit Speed Triple, Street Triple, Tiger und Co. Charakterstärke und einfache Handhabung unter einen Hut bringen. Nun steht die neueste Speedy 1050 in der Boxengasse des Ascari Race Resort und knurrt im Leerlauf wütend vor sich hin.
Hingucker sind die neuen Scheinwerfer im insektoiden Fighter-Look. Mit der op­tionalen Fly-Screen fügen sich die Leuchten gut in die Linie, sollen zudem deutlich mehr Licht als die Glubscher der Vorgängerin abfeuern. Ganz ohne Maske polarisiert die neue Lampengarnitur allerdings kräftig – doch das taten die seligen Rundleuchten ebenso. Und wurden letzt­lich zum Markenzeichen. 
Ansonsten sieht die neue 1050 ihrer Mutti ähnlich, fährt einen massiven Alurahmen mit fetten Oberzügen und eine stattliche Einarm­schwinge spazieren. Also ein paar aggressive Lämpchen dranfrickeln und fertig? Pustekuchen, statt Tea Time hieß es für die Ingenieure ran ans Zeichenbrett. Am Ende blieb keine Schraube auf der anderen. Ergonomie, Rahmen, Fahrwerk, Plas­tics, Bremsen, Reifen – alles wurde aufgemöbelt. Selbst das Triumph-Logo bekam etwas Feinschliff.  
Mehr Details? Die Endtöpfe sind nun gebürstet statt poliert, schicke Seitenverkleidungen schützen den Fahrer vor der Abwärme des Motors. Auch die Instrumente sind neu, erstmals in der Modell­geschichte gibt’s eine optionale Reifendruck-Kontrolle und ABS. 

Im Detail liegt die Kraft: Für das bessere Handling ließ Hinckley keinen Stein auf dem anderen – Felgen, Rahmen, Schwinge, Gabel, Bremsen wurden komplett revidiertEinzig der Motor blieb im Kern unangetastet. Er drückt allerdings dank Feinarbeit fünf PS extra sowie acht Newtonmeter mehr Drehmoment. Trotzdem soll er sechs Prozent weniger Sprit schlucken. 
Beim Anrollen aus der Boxengasse gibt sich der Dreizylinder wie ein alter Bekannter, der regelmäßig in der Muckibude war: kultivierter Lauf mit rauen Untertönen, biesti­ger Triple-Sound und reichlich Druck bereits kurz über dem Leerlauf. Auf der Geraden wird das Drehzahlband linear und ohne Hänger aufgerollt, bis der Schaltblitz blau flackert. 
Bei 9400 Touren tra­ben 135 Zuchthengste an, die mit der vollgetankt 214 Kilo schwe­ren Kutsche leichtes Spiel haben. Die weiche Gasannahme komplettiert das sahnige Antriebspaket. Zwar ist die Vorgängerin auf dem Papier bis etwa 4500 Touren einen Hauch kräf­tiger, darüber jedoch hat die 2011er die Nase vorn. Kleiner Wermutstropfen: Das Getriebe kann nicht mit der Präzision japanischer Mus­ter-Schaltboxen aufwarten. 
Die Sitzposition gibt volle Kontrolle, der Fahrer thront nun noch näher am Lenker. Die Bank bietet in der Länge mehr Platz zum Herumkaspern und ist schmaler, die Sitzhöhe etwas niedriger. Beste Voraus­setzungen, um genüsslich zu gondeln, beim Burnout Bodenkontakt zu behalten oder den Drilling mit Schmackes um die Kurve zu hebeln.
Das geht im Ascari Race Resort so leichtfüßig vonstatten, dass man ei­n Komplott der Triumph-Mann­schaft vermutet: Haben die mir jetzt eine 675er unter den Hintern geschoben? Nicht ganz. Aber die Speedy wirkt für ein Big Bike enorm gelenkig.  
Um diese neue Leichtigkeit zu er­reichen, griff das Team tief in die Trickkiste. So ist der Motor im kom­plett neu gezeichneten Rahmen drei Millimeter nach vorn versetzt und sieben Grad weiter vorgeneigt, um mehr Gewicht aufs Vorderrad zu bringen. Die Batterie wanderte vom Heck unter die Tankabdeckung, das Spritfass schrumpft dadurch um ein Weizenglas auf 17,5 Liter. 50,7 Prozent des Gewichts liegen nun vorne, zuvor waren es 48,7 Prozent.  
Schwinge sowie Vorder- und Hin­terrad nahmen je ein ganzes Kilo ab, die Bremsscheiben wurden ebenfalls leichter – Abspecken macht sich bei ungefederten Massen besonders gut. Die Hinterradführung streckte sich zudem um 18,5 Milli­meter. Die Ga­belrohre rück­ten enger zusammen, als Bereifung ist der supersportliche Metzeler Racetec K3 aufgezogen – hinten als mächti­ger 190/ 55 ZR 17.
 
Meister Lampe: Ob die neuen Äuglein so gut ankommen wie die alten Rundleuchten, wird die Saison zeigen Nun bietet der exklusive Kurs von Ascari alles, was das Aufzünder-Herz begehrt: Enge Win­kel, fiese Schikanen, lange Bögen und überhöhte Kurven, bei denen der Ma­gen bis zum Beckenboden gedrückt wird. Die Speed Triple durchpfeilt den Millionärs-Spielplatz präzise und stabil, lässt sich ohne viel Kraft hin- und herlegen. 
Dass die voll einstellbaren Feder­elemente des Werks-Fighters dabei feines Feedback liefern und eine sau­bere Mischung zwischen sportlich-straff und komfortabel bieten, ist wohl Ehrensache – auch, wenn der Pilot ein paar Pralinen über Normgewicht liegt. 
Bei den Bremsen greift Triumph nun zu feinfühli­gem Brembo-Material. Mit kla­rem Druckpunkt und strammer Wirkung lässt sich zielgenau Speed in Wärme umwandeln. Gespannt warten wir auf das ABS von Nissin, dass zum Testzeitpunkt noch nicht verfügbar war. 
Zum Auspowern geht es noch mal über sportlich-gewellte spani­sche Landstraßen. Dort zeigen sich die Qualitäten der 1050er noch deut­licher, hier ist sie genau in ihrem Element. Mit dem schaltfaul zu fah­renden Triebwerk, fluffigen Hand­ling, ausgewoge­nen Fahrwerk und der freundlichen Ergonomie wird man vom Fahrspaß einfach davongespült.
Zurück zur Ausgangsfrage: Charakter oder doch lieber sorgenfreie Fahrt? Klare Sache: Die neue Speed Triple 1050 liefert beides. Sie geht optisch und akustisch überall als Brandstifter durch – und der Dreizylinder ist immer noch herzzerreißend anders.  
Auch auf der anderen Seite war die Modellpflege erfolgreich: Die fri­sche Speedy ist viel leichtfüßiger als ihre Vorgängerin, problemlos in der Handhabung und bietet ein brei­tes Einsatzspektrum. Für Kopfkäufer packt Hinckley zudem informa­tive Instru­mente, optionale Reifendruck-Überwachung und wahlweise ABS obendrauf. Und dazu den gesunke­nen Grundpreis – ein wahrlich fei­ner Charakterzug.


 
 
 
 
 

Technik Triumph Speed Triple
Bauart:     Dreizylinder-Viertakt-Reihe,
    vier Ventile/Zyl., flüssigkeitsgekühlt
Hubraum:     1050 cm3
Leistung:     135 PS (99 kW) bei 9400 min-1
Drehmoment:     111 Nm bei 7750 min-1
Bremsen v/h.:     320-mm-Doppelscheibe mit Vierkolben-        Festsätteln / 255-mm-Scheibe mit Zweikolben-Schwimmsattel
Fahrwerk:     Alu-Doppelrohr-Brückenrahmen,
    43-mm-USD-Gabel, Einarmschwinge
Reifen v/h.:     120/70 ZR 17 /  190/55 ZR 17
Tankinhalt:     17,5 Liter
Leergewicht:     214 kg
Preis inkl. Nk.:     11 595 Euro (ABS: 600 Euro)

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.1 (14 Bewertungen)

Aktuelle MOTORRAD NEWS

Unsere 9 regionalen Magazine

 Regios 
MotorradSzene-Magazine im Überblick
 Kurve 
Regio-Magazin für Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg
 Motorradtreff Spinner 
Regio-Magazin für Berlin, Brandenburg
 MotorradTreff 
Regio-Magazin für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
 Syburger 
Regio-Magazin für Nordrhein-Westfalen
 MoKo - Motorrad Kontakte 
Regio-Magazin für Kassel, Paderborn, Bielefeld
 Motorrrad Spiegel 
Regio-Magazin für Baden Württemberg
 Nürburger 
Regio-Magazin für Mittelrhein, Eifel
 Motorrad Szene 
Regio-Magazin für Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland
 Motorrad Szene Bayern 
Regio-Magazin für Bayern

Umfrage

Umfrage: Welcher 2017er Supersportler gefällt euch am besten?:

MOTORRAD.NET Gewinnspiel

MOTORRAD.NET Gewinnspiel

Mitmachen und gewinnen!

Neue Mitglieder auf motorrad.net

Schlagwortwolke