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Die goldene Küste

Kalifornien – von Los Angeles zum Lake Tahoe

 

Goldrausch: Die kalifornische Küste war schon immer ein Ziel für GlückssucherWas für ein Traum: Mit der Familie auf Motorrädern quer durch Kalifornien. Seit Jahren habe ich daran gebastelt. Und trotzdem nicht alles richtig gemacht.

Gut gebrüllt, Seelöwe: Ohne die Zalophus Californianus wäre der Cabrillo Highway südlich von Big Sur ein ruhiges Plätzchen Wo sind nur all die Jahre geblieben? Es kommt mir zwar so vor, als sei es vorgestern gewesen. Aber es ist schlanke 26 Jahre her, dass mein Kumpel Christian und ich unsere Bündel schnürten, die Motorräder abmeldeten, von den damaligen Freundinnen Abschied nahmen und in ein Flugzeug Richtung Los Angeles stiegen. Drei Monate wollten wir bleiben, ich hatte bei meinem Volontariat Geld gespart, Christian als Türsteher, Automechaniker und was weiß ich womit was an die Seite geschafft. Nach sieben Wochen waren wir wieder zuhause, um viele Erfahrungen reicher – und um manche Illusion ärmer.

Tatsächlich hatten mich die Erlebnisse im Land der unbegrenzten Geschmacklosigkeiten so getroffNoch ’ne Aussicht: Big Sur hin oder her –  irgendwann überwiegt beim Nachwuchs der Wunsch nach Pool und Internetzugangen, dass ich für Jahre nicht mehr hinfahren wollte. Das hat was mit Fallhöhe zu tun: Je größer die Träume sind, umso tiefer ist der Absturz. Denn das tatsächliche Amerika hatte mit unseren Vorstellungen vom Land der grenzenlosen Freiheit nicht viel zu tun. 

Seitdem ist unendlich viel passiert. Christian ist vier Jahre nach unserem Trip gestorben, und ich war in den vergangenen zwei Jahrzehnten oft beruflich wieder auf der anderen Seite des Atlantiks. Anfangs mit großer Skepsis, dann mit zunehmender Neugierde. Als ich vor elf Jahren Vater wurde, war die Stimmung nach „Nineeleven“ eher bedrückt, und eine private Reise in dieses seltsame Land kam für mich nicht in Frage. Aber alles ändert sich. Und vor drei, vier Jahren kam wieder Lust auf, im Reich des Sternenbanners zu urlauben.

Wege statt Ziele: Morro Bay ist eine neblige Sommerfrische für überhitzte WüstenbewohnerMit Motorrädern sollte es sein, soviel stand fest. Also musste ich noch etwas warten, bis Jonathan größer und geduldiger wurde, um die Entfernungen im Riesenland besser zu bewältigen. Immer wieder checkte ich Flug- und Übernachtungspreise, kalkulierte, ob das Sparschwein das hergibt. Aber vor einem halben Jahr hatte ich genug vom Pläneschmieden, buchte Flüge nach Las Vegas, weil es für Los Angeles schon zu spät war.

Und schon sitzen wir im Mietwagen durch die Mojave-Wüste, mit den Helmen und Jacken im Kofferraum. In zwei Tagen werden wir die Harleys in Los Angeles übernehmen. Zunächst das klassische LA-Programm. In Hollywood schlendern wir über den Walk of Fame, begutachten die Sterne auf dem Trottoir. „Kenn ich nicht, kenn ich nicht, kenn ich auch nicht“, kommentiert Jonathan die 2475 eingelassenen Star-Abzeichen. Auf dem Hollywood Bo„Kenn ich nicht“: Die Helden einer entfernteren Jugend sind dem  Nachwuchs kein Begriff mehrulevard herrscht babylonische Sprachenvielfalt, die internationale Touristenschar drängelt durch T-Shirt- und Souvenirläden. Bei Urlaub in den Sommerferien darf man keine Angst vor Hautkontakt haben. Aber das ist in Südfrankreich genauso.

Da gefällt es uns anderntags schon besser, als wir uns auf dem Mulholland Drive Richtung Santa Monica vortasten. Die Reichen und Schönen haben sich gut eingerichtet und schauen mit gepflegter Aussicht über den Smog des Millionenmolochs, oft mit Blick auf die Hochhäuser von Downtown Los Angeles. Auch Jogger und Rennradfahrer nutzen die Morgenkühle, während die Lebensqualität umso stärker abnimmt, je tiefer man ins Netz der Highways und Vororte abtaucht.

Sogar fürs StrZum Abschluss nochmal Achterbahn: Am Santa-Monica-Pier endet die Route 66andleben sind wir früh dran. Also ein Frühstück im Strandcafé mit Blick aufs Meer und die Santa-Monica-Berge, hinter denen sich Malibu, die Küstenstraße und unser Abenteuer verbergen, das wir morgen mit den Harleys in Angriff nehmen. Wir schlendern zum Santa Monica Pier. Auf dem damals noch deutlich rattigeren Holzgerüst hatten Christian und ich so manchen lustigen Abend. Mittlerweile präsentiert sich der Endpunkt der Route 66 mit kleinem Vergnügungspark und deutlich angezogenen Preisen fein herausgeputzt.

Eine Plakette am Eingang des Piers weist darauf hin, dass hier die 4000 Kilometer lange Mother Road von Chicago im Pazifik endet. Es war vor allem Privatinitiative, die das asphaltierte Kulturgut wieder zum Leben erweckte, nachdem es durch den Bau der Interstate 40 verkehrstechnisch überflüssig geworden war. Ein kleiner Schrein am Ende des Piers erinnert an den Künsler Robert Waldmire, der mit seinen Zeichnungen und seinem Engagement viel dazu beigetragen hat, dass dEnde aus Micky Maus: Wer noch weiter westwärts will, muss schwimmenie Legende heute wieder von vielen Motorradfahrern als die amerikanische Traumroute schlechthin befahren wird. Mein Plan steht fest: Am Ende unserer Kalifornien-Tour machen wir hier noch ein Abschiedsfoto. Aber natürlich soll es anders kommen.

Auch ich habe Schwitzehändchen, als wir am nächsten Morgen unsere Bikes in Empfang nehmen. Das liegt nicht nur an den 32 Grad vor dem Harley Fleet Center in Carson. Sondern auch an der Verwegenheit meines Plans. Andrea hatte viele, viele, viele Jahre nicht mehr auf einem Motorrad gesessen, als ich mit den Flugtickets in der Hand nach Hause kam. Ein Harley-Wiedereinsteigertraining und eine Handvoll Stunden auf einer Sporty haben sie notdürftig fit gemacht. Meine Hauptsorge gilt allerdings Jonathan auf meinem Sozius. Mute ich meinem Elfjährigen nicht zuviel zu mit dieser weiten und heißen Tour? Ich habe die Tagesetappen zwar relativ kurz gesteckt, aber insgeheim gibt es schon die Pläne B, C, D und E für alle denkbaren Notfälle.

Ohne Worte: Wer hier angekommen ist, hat das Ziel erreichtWir bepacken die schwarze E-Glide und die rosa Sportster, alles ist noch ein wenig unbeholfen. Und machen uns auf den weiten Weg: An LAX vorbei auf den Highway One, dem wir bis San Francisco folgen wollen. Ein Blick immer im Rückspiegel, passieren wir Bartels, den größten Harley-Händler Kaliforniens, wo wir in knapp zwei Wochen die Motorräder wieder abstellen wollen. Vorbei am Santa Monica Pier verlassen wir Los Angeles, cruisen durch Malibu in Richtung Santa Barbara.

Andrea hinter mir hat kein Auge für die Traumstrände zur Linken, für die Strandhäuser und Surfer, die auf ihre perfekte Welle warten. Sie konzentriert sich aufs Fahren, und wir gewinnen zunehmend Abstand von der Welt, aus der wir kommen. Ich bin in meinem Element, und die fröhlich erzählende Stimme von meinem Rücksitz gibt mir die Gewissheit, nicht alles verkehrt gemacht zu haben.

Die Straßen werden spürbar besser. Knapp zwei Stunden klappen wir kurz hinter dem Mulholland Highway an „Neptun’s Net“ zum ersten Mal unsere Seitenständer aus. Die legendäre Fischbude ist beliebter Motorradtreff für den Großraum und Ziel der vielen Harley-Gruppenreisen, die ab San Francisco ihre Meilen entlang der Küste gesammelt haben. Hier wird seit 1958 Meeresgetier frittiert, was der Stromgenerator hinter dem Haus hergibt. Hemdsärmelig und charmant, sitzt man mit Pazifikblick auf der Holzterrasse und futtert Fisch und ChipFrittenranch mit Pazifikblick: „Neptune‘s Net“ nördlich von Malibu mästet Biker mit Fisch, Chips, Muscheln und Meeresgetiers, Burger oder Muscheln, während die Motorräder vor dem Restaurant ihre Lieder von Freiheit und Abenteuer prötteln.

Kurz genießen wir noch die kühle Brise, aber ein Blick auf die Uhr mahnt zum Aufbruch. Wir wollen bis 17 Uhr unser Hotel in Pismo Beach erreichen, damit Jonathan noch zu seinem Bad im Pool kommt. Und alles dauert länger als gedacht. Wenige Kilometer weiter versickert der Küstenhighway im Autobahnnetz. Über den 101 navigieren wir nach Santa Barbara. Das Städtchen mit charmantem spanischem Kolonialflair war von mir als Mittagspause eingeplant. Aber wir erreichen es zu spät, die Zeit reicht nur für einen Tankstopp. Jonathan ist müde und hat keine Lust mehr. Seit vier Stunden sitzen wir nun auf den Maschinen, obwohl ich nur zwei kalkuliert hatte. Nicht aus Unkenntnis: Ich bin die Strecke vor Jahren schon in dieser Zeit gefahren. Aber „Planung ersetzt Zufall durch Irrtum“, wie Kollege Guido aus seinem Schatz an Bierdeckelweisheiten zitieren würde.

Schnell tanken, was trinken. Und weiter. „So richtig Urlaub ist das nicht“, murrt es von der Hinterbank. Und ich muss Ist sie nicht süß: Der Miss-Kitty-Lack der Sporty erweicht auch die härtesten Bikerherzenmeinem Sohn Recht geben. Wir hätten in Santa Barbara eine Übernachtung einlegen, das Flair des charmanten Küstenstädtchens auf uns wirken lassen sollen. Nicht jeder ist so ein Eisenarsch wie ich. Aber immerhin hält sich Andrea tapfer. Noch zwei Stunden bis Pismo Beach, laut Navi.

Nördlich von Santa Barbara kriecht Nebel die Küste hoch. Lustig. Zum ersten Mal schwitzen wir nicht unter unseren beschichteten Biker-Jeansjacken. Der Highway verliert sich etwas im Hinterland, also zurück in der Hitze. Die mangelnde Fitness fordert ihren Preis, wir müssen häufiger Pausen machen, die ich zum Nachtanken nutze. Langsam wird es Abend, die Sonne badet Berge und Küste in Honiglicht. Wunderschön.

Jetzt müsste man den Fotoapparat rausholen. Aber ich verkneife mir, die Landschaft aus tausendundeinem Amerikatraum abzulichten. Das Licht schwindet rapide, und die Familie fordert das Hotel. Zu allem Überfluss wird es plötzlich kalt, die Nebelbank zieht sich bis ins Inland, die Temperaturen fallen schlagartig. Also noch eine Pause wegen Kinder, Frühstück: Das Otter Rock Cafe serviert zum Seehundgejaule feiste OmelettsZitterns. Natürlich haben wir keine warmen Sachen eingepackt für den Trip im August durch Kalifornien. Noch ein Fehler. Viel zu spät erreichen wir unser erstes Hotel. Für den Pool ist es zu spät, und die Küche hat bereits dicht. Wir behelfen uns mit Mikrowellennudeln. Und ich sitze noch stundenlang über der Routenplanung, ob alles halbwegs passt.

Am nächsten Morgen ist der Nebel noch da. Er bleibt unser Begleiter, bis wir in Morro Bay unser spätes Frühstück nehmen. Was für ein Blick auf die Bucht, wo die Insel des State Parks wie Avalon im Nebel versinkt. Seehunde ülchzen vom Meer hinauf, die Stadt schläft noch, nur zwei Touristen aus Bakersfield schlürfen nebenan auf der Terrasse ihren Eistee. „Wir sind gekommen, weil es hier so kühl ist“, erzählen sie. „Bei uns sind über 42 Grad“. Klasse, da müssen wir auch noch durch.

Aber der Fahrtwind bläst die Planungssorgen aus dem Kopf. Vor uns liegt eines der vielen Highlights der Reise, der Gorillas im Nebel: Frühdunst ist im Sommer in Big Sur gar nicht ungewöhnlichKüstenhighway nach Big Sur. Was für eine Straße! In ständigem Auf und Ab umkurven wir die zernarbte Küstenlinie, passieren wüstenhafte Leere und Redwood-Wälder, fast immer mit Blick auf die Pazifikgischt links neben uns. Andrea bereiten die ständigen Wechselkurven Schwierigkeiten, die rosa Sportster ist ihr zwar bereits ans Herz, aber noch nicht an den Leib gewachsen. Hach! Könnte ich doch mal die E-Glide fliegen lassen! Dass der Big Twin das kann, hat er bei einer Tour vor Jahren mehr als bewiesen. Aber mit Rücksicht auf mein Familienleben tuckere ich im hohen Gang gemächlich über eine der schönsten Küstenstraßen der Welt. Und genieße die Aussicht.

Auch von hinten kommen nur selten klagen über Langeweile, zumal ich eine frühe Ankunft am Hotel in Pacific Grove westlich von Monterey verspreche. Aber viele Fotostopps und gemächliches Tempo fordern ihren Preis. Beim Mittagsstopp in Gorda hat die Sonne schon lange ihren Zenith überschritten, aber es sind noch eineinhalb Stunden bis zum Ziel – plus x. Dafür gibt es viel zu große Cheeseburger und frischen Sprit in die Sporty, die von Andrea immer noch zu hochtourig bewegt wird.

In der Ruhe liegt die Kraft: Familie im Schlepptau  beruhigt die Gashand mehr als alle TempolimitsEigentlich möchte man an jedem Aussichtspunkt anhalten, die Steilküste und das Meer mit baumelndem Gemüt aufsaugen. Auch der Nebel hat sich verzogen, nur ganz selten beschlägt noch Seeluft auf den Visieren. Ein fantastischer Tag. Aber die Vorfreude auf das Abendbier wächst, und die letzten Kilometer werden wieder länger als gedacht. Es dämmert, als wir unsere Taschen ins Motel in Pacific Grove tragen. Wir sind müde, aber Jonathan hat seinen Humor nicht verloren: Direkt hinter der Terrasse beginnt der örtliche Friedhof – „hey, heute Nacht können wir Zombis jagen“.

Statt Untoter äsen am nächsten Morgen Rehe direkt vor der Terrasse, dahinter sitzt der Nebel. Es sind nur 120 Meilen bis San Francisco! Kurz schlendern wir über die Straße der Ölsardinen in Monterey, mehr um John Steinbeck als der Sehenswürdigkeit wegen. Einen Kaffee später wummern bereits die V2 und wir tasten uns durch endlose Gemüsefelder, auf denen Mexikaner im Akkord Artischocken und Zucchini ernten. Nach einem kurzen Verfahrer in Maschinistentraum: Die Cable Car in San Francisco macht mit Ohrenstöpseln noch mehr LauneSanta Cruz geht es geradewegs am Pazifik entlang – eine wunderschöne, aber kalte Etappe. Andrea friert im Nebel erbärmlich – und keiner ahnt, wie sehr wir das im Laufe der Reise vermissen werden. Aber am frühen Nachmittag entern wir die Straßen von San Francisco.

Dann das volle Touri-Programm: Von Fishermans Warf nehmen wir die Cable Car zum Union Square, Straßenmusikanten, Pantomime, ein Hauch von China Town. Entlang der Market Street zum Fährhafen, Mittagspause. Mit der uralten mexikanischen Straßenbahn zur Alcatraz-Fähre, die für Monate ausgebucht ist, dafür dann die großen Hafenrundfahrt inklusive Golden-Gate-Bridge in der Nebelbank. Eine Stippvisite beim Pier 39, genau wie die Millionen anderen Touristen in der einstigen Hippie-Hochburg. Wie hat sich das alles verändert! Als ich vor einer Ewigkeit mit Christian hier war, gab es jede Menge Junkies, Bettler, Dreck, Prostitution. Und heute hat man Angst, seine Kippe auf die Straße zu werfen. Du wärst verwundert, mein Freund.

Vom Hochsicherheitsknast zum Touristenknüller: Alcatraz könnte Vorbild sein für Stuttgart-StammheimAber jetzt heißt es Abschied nehmen von der früheren Reise, Neuland wartet auf mich. Jonathan hat sich an die Lebensweise gewöhnt, und als wir über die Bay Bridge Richtung Lake Tahoe cruisen hoffe ich, dass es ihm vielleicht sogar ein bisschen gefällt. Denn ein hartes Stück Arbeit liegt vor uns. Das Tiefland der kalifornischen Hauptstadt Sacramento verheißt über 40 Grad. Das ist eine Herausforderung besonders für mich. Als bekennender Mitteleuropäer schätze ich Temperaturen zwischen 23,8 und 24,2 Grad, alles andere ist kein Wetter für Goten.

Ein beständiges Tock-Tock-Tock an meinem Rücken ermahnt mich, dass Jonathan eingeschlafen ist. Das ist brenzlig, ich kann den Kurzen nicht aufwecken. Nächste Abfahrt runter, nach einem Hamburger in klimatisierten Ambiente geht es weiter. Wir verlassen den Backofen, wohl wissend, dass uns bald die härteste Etappe bevorsteht, quer durch die Mojave mitten in die Wüste nach Palm Springs. 500 Kilometer reine Hitze.

Endlich sind die Boote vom Hänger: Gemütliche Rutsche um den Lake TahoeAber zuerst schrauben wir uns gemächlich immer höher, Kurve um Kurve hinauf zum 1900 Meter hoch gelegenen Lake Tahoe. Das Wasser des zweittiefsten Sees der USA hat perfekte Badetemperatur. Nach dem Saunagang auf der Straße genießen wir die Abkühlung und die Aussicht auf den Ruhetag, bevor die eigentlichen Herausforderungen noch auf uns warten –der lange Trip Richtung Nationalparks – Yosemite, Sequoia, Kings Canyon, dann quer durch die Hölle nach Palm Springs, San Diego. Und irgendwann retour nach Los Angeles.

von Frank Roedel, Fotos Jonathan & Andrea Roedel

 

 

 

Reise Info

1300 Kilometer Abenteuer: Der erste Teil unserer Kalifornien-ReiseAllgemeines: Die Einreise in die USA hat den Charme eines Lohnsteuer-Jahresausgleichs. Man braucht den adäquaten Pass mit biometrischen Daten und eine ESTA-Genehmigung, www.estaonline.de. Wer seine nötigen Papiere beisammen hat und nach dem Flug seine verschwitzten Finger auf die Registrierkasse der Einwanderungsbehörde quetscht, ist eigentlich mit dem Gröbsten durch. Zumal die frühere polizeidienstliche Erkennung bei der „Immigration“ wieder einem Lächeln gewichen ist.

Unterkunft: Hotels, Motels, Campingplätze – Übernachtungsmöglichkeiten gibt es wie Steine in der Mojave. Vorbuchen oder nicht ist die heikle Frage. Trotz Haupt-Hauptsaison gab es auf unserer Tour außer an den Top-Sehenswürdigkeiten noch reichlich freie Unterkünfte. Wir wollten uns aber den Stress der Hotelsuche ersparen und vertrauten auf die Vorbuchung der Hotels durch FTI Touristik, www.fti.de. Die international tätige Agentur vermittelt auch Miet-Motorräder und war sehr behilflich.

Verpflegung: Die Heimat der Bulettenbrater lässt niemanden bei seinem optimalen Bodymass-Index. Wer den Einheitsbrei aus Frittierketten und Supermarktkost satt hat, sollte die „Diner“ besuchen. Dort gibt es hausgemachtes Essen zu vernünftigen Preisen. Der Besuch von „echten“ Restaurants kann Touristen schnell mittellos unter die nächste Brücke verfrachten, da sich zu allen Preisen noch Steuer und Bedienung addieren. Wer keine kalifornische Goldader besitzt, sollte Steakhäuser meiden. Dort erreicht man mit Beilagen und Getränke flott die Hundert-Dollar-Marke – pro Person.

Motorradfahren mit Kindern: Ja! Und nein. Ob der Nachwuchs Freude an langen Touren auf dem Sozius hat, liegt in der Verantwortung der Eltern. Anstrengung, aber auch Erlebnisdichte sind immens. Wer noch mit Stofftieren spielt oder immer nur in den Gameboy guckt, hat hinten auf einem Motorrad nichts verloren. Kürzere Etappen sind Pflicht, Pausen sowieso. Wer das eigene Fahrvergnügen vor dem Verständnis für die Kinder und den familiären Frieden setzt, wird keine gute Zeit haben. Aber das richtige Maß an Rücksicht wird mit einem wirklich einmaligen Erlebnis belohnt – Kalifornien auf dem Motorrad ist und bleibt zu Recht ein Lebenstraum.

Bekleidung: Während die Amis auf ihre Rochenhaut setzen und im T-Shirt fahren, setzten wir als Heilsbringer der Zivilisation auf Biker-Jeans von Polo und Louis. Mit Protektoren und Kevlar-Mix-Gewebe war es das Mindestmaß an Sicherheit unter knackigen Temperaturen. Dass wir damit richtig lagen, sollte sich zum Ende der Reise zeigen.

Kosten: Wir ließen ein mittleres Vermögen an Tankstellen – nicht für Sprit, aber für kalte Getränke. Auch wenn der Dollarkurs und der Benzinpreis immer noch günstig sind, gehören die USA nicht zu den Billigreiseländern. Aber man kann den Traum mit früher Flugbuchung, vernünftiger Hotelwahl und Augenmaß beim Essengehen finanzierbar gestalten.

Rostgeschütztes Wahrzeichen: Der Nebel verrät den Grund für den Menigge-Lack der Golden GateFlüge: Die Last-Minute-Träume sind vorbei. Günstig bucht, wer frühzeitig seine Tickets ordert – lieber ein Jahr im voraus, dann lassen sich tatsächlich die Reisekosten senken. Wir flogen mit Condor nach Las Vegas, www.condor.de. Fünf Monate vor Abflug eingestielt, war das immer noch viel billiger als eine Landung in Los Angeles – und es gab einen stresssparenden Direktflug.

Literatur/Internet: Information vorab ist sehr wichtig, um die Reiseroute perfekt zu stecken. Bücher gibt es mehr als genug und für jede Reiseform angemessen. Bemerkenswert gut ist der Motorrad Guide „USA – der Westen. Die schönsten Touren durch den Westen der USA“ von Mike Kärcher, Vista-Point-Verlag, 29,50 Euro. Sehr gute Reise-Tipps und Routenvorschläge gibt es auf visitcalifornia.de.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (6 Bewertungen)

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