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Sportsfreund: Kawasaki Ninja 300 im Fahrbericht

Brandneu und aufgebohrt: Aus der 250er Ninja wird die Ninja 300Unkompliziert, alltagstauglich, günstig – aber bitteschön nicht langweilig! Mit der Ninja 300 belebt Kawasaki den Sportunterricht in der Einsteigerklasse. NEWS ging mit der kleinen Rennsemmel im Taunus auf Zick-Zack-Kurs.
 
 

 
 

Mehr Bohrung, leichtere Kolben, neue Nockenwellen: Die kleinste Ninja drückt nun 39 PS auf die RolleWer in Zukunft aus der 125er-Klasse A ins nächste Level A2 wechseln möchte, muss ab dem 19. Januar 2013 nur noch eine praktische Prüfung ablegen. Möglich macht‘s der neue Stufenführerschein. Durch den können Motorrad-Frisch­linge in Zukunft zudem mit 48 statt der bisherigen 34 PS durch­­starten. Zwei appetitliche Anreize für den Nachwuchs, erst einmal Erfahrungen auf Maschinen mit weniger „Bums“ zu sammeln.
Kawasakis Ninja 300 schlägt in genau diese Kerbe. Und es bleibt Luft nach oben: Mit 39 PS reizt sie die neue magi­sche Grenze von 48 PS noch lange nicht aus. Bei der Neuvorstellung in Mainz erinnere ich mich an das Debüt der Ninja 250R, die Kawasaki laut Pres­se­mann Andi Seiler europaweit in den letzten vier Jahren über 13 600 Mal verkauft hat – eine echte Hausnummer.
Ich erinnere mich noch, wie der Tester-Tross die Baby-Ninja mit kri­tischen Blicken inspizierte wie der Amtsveterinär die Schweinehaxe bei der Lebensmittelkontrolle. Mit ihrem familientypischen Design wusste die Einstiegs-Rennsemmel optisch hochzustapeln. Wir waren uns ei­nig: Würde man die „250“ vom Lackkleid abknibbeln, könnte man selbst Ken­ner in die Irre führen.
Vier Jahre später, kommt es im wahrsten Sinne des Wortes noch dicker. Mit der neuen Ninja 300 hat Kawasaki nach wie vor Jugend­liche und Junggeblie­bene, Ladies, Einsteiger, Berufspendler und Sparfüchse im Visier. Der Focus liegt diesmal aber besonders auf Fahrer mit einem Faible für sportliche Motorräder. Wirkte die 250er immer noch irgend­wie niedlich, rundlich, pausbäckig, geht die 300er mit kantigem Frack, scharf geschnittener Doppelschein­werferfront und sportli­chen Details auf Schulterschluss mit den großen Kämpfernaturen ihrer Sippe.
Das überarbeitete Viertelliter-Trieb­werk hat dank größerer Bohrung nun 296 Kubik Hub­raum. Es bekam leichtere Kolben, größere Einlassventile und neue Nockenwellen­profile, Zylinderkopf und Einspritzanlage wurden überarbeitet. Das Temperatur­management soll
dank größerem Ölvo­lumen und Feintuning am Kühlkreislauf effizien­ter sein, gegen nervige Rap­pelei wurde der Motor teilweise gummigelagert verschraubt.
Klein-Ninja steht auf schicken Zehnspeichengussrädern, das Hinterrad wuchs auf 140er Breite. Ohne wuchtig zu wirken, liegt das opti­sche Schwergewicht auf der Vorder­hand, der Hintern fällt umso schlan­ker aus. Das verleiht ihr die Aura eines Leichtathleten im Startblock.
Anstelle flächendeckenden Plas­tiks setzte sich das Trikot aus glänzenden und mat­ten Lackteilen zu­sam­men, sichtbare Schrau­ben sind so weit wie möglich reduziert. Die Wind­schutzscheibe ist nicht mehr in die Frontverkleidung inte­griert, sondern als separates Teil auf­gesetzt. Die Blinker mit weißen Glä­sern sind vorn in die Verkleidung eingelassen. Das macht einen schlan­ken Fuß. Die Verkleidung und ein Leitblech hinterm Kühler sollen Wärme vom Fahrer wegleiten.
Auf unserer Probefahrt durch den Taunus sitze ich ausgesprochen be­quem, mit adäquatem Kniewinkel und kaum Druck auf den Handgelenken. Die Stiefelsohlen haben auf den gefrästen Alurasten prima halt.
Schlanke Linie: Die Kawasaki Ninja 300 bleibt drahtig, wirkt aber trotzdem erwachsenBei aller Big-Bike-Optik: Unterm Hintern fühlt sich die 300er angenehm leicht an. Umso erstaunlicher festzustellen, wie stabil sie auf dem Highway vor der Skyline Mainhattans über Spurrillen, Fräskanten und Frostschäden hinwegbügelt. Die Ga­bel und das fünffach verstellbare Federbein arbeiten gut.
Mit etwas Anlauf rennt die Ninja im langen sechsten Gang locker 170 Sachen, während der Nachwuchs-Knieschleifer hinter der Scheibe äußerst gemütlich sitzt. Die Mütze liegt ohne Rappelei satt im Wind.
Das Stop and Go in der morgend­lichen Frankfurter Rushhour verschafft Muße fürs Studium des Arbeitsplatzes. Im einst spartanischen Cockpit gibt es nun ein vollwertiges Mäu­sekino mit analogem Drehzahl­mes­ser, digitalem Tacho und allerlei Anzeigen wie dem „Economical Ri­ding Indicator“. Der zeigt an, wann man besonders sparsam unterwegs ist.
Keine Bak für den Sportler: Die Ninja 300 setzt wie ihre ZX-R-Schwestern auf zwei EinzelkissenSchade: Der Kupplungshebel liegt nun zwar näher am Lenkerstummel – gut für kurze Finger – kann aber nicht darüber hinwegtrösten, dass man beide Handhebel nicht verstellen kann. Perfektionsbedarf gibt es auch bei den Spiegeln, in denen ich auch nach vielem Biegen und Drehen vor allem meine Oberarme sehe.
Da hört es aber auch schon auf mit der Nögelei. Auf der Schleichfahrt durchs Börsenviertel ist die Freude groß, dass die Ingenieure die Kupplungstechnik aus dem Entwicklungslabor der Rennsport-Abteilung gemopst haben. Die Kupplungsscheiben sind so gezahnt, dass sie besser ineinandergreifen und we­niger Federkraft nötig ist, um Kraft­schluss zu erzielen. Anstelle der bis­her vier hat die Kupplung nur drei Federn, so ist zum Auskuppeln we­niger Handkraft nötig. Das hebt die Laune, wenn der Weg zum heimi­schen Sofa mal wieder mit roten Ampeln gespickt ist.
Und die Kupplung kann noch mehr. Über bezaubernde Taunus­sträßchen zwitschern wir Richtung Feldberg. Auch bei niedrigeren Dreh­zahlen lässt sich der Ninja-Spross zügig und schaltfaul ums Eck scheu­chen. Vor der Kurve ein paar Stadt, Land, Fluss: Kawasakis Ninja 300 ist vor allem auf der Landstraße potenter als die Vorgängerin. Trotzdem bleibt sie ein vorzügliches StadtmopedMal heftig auf den Schalthebel getreten, da rutscht oder stempelt nichts. Was sich anfühlt wie Gummimotor, ist die Antihoppingfunktion der Kupp­lung. Entwickelt für den Rennsport, erhöht sie nun auch im kleinen Hubraumsegment die Sicherheit auf der Maschine.
Beim beherzten Griff in den Brems­hebel wächst das Vertrauen noch weiter, denn die beiden Doppelkol­benzangen an den schnieken Petal­scheiben arbeiten zwar gut, aber ohne besonders spitze Zähne. Umso sicherer kann auch der ungeübte Pilot die Verzögerung dosieren.
Und wenn es doch mal prekär zugeht, greift das ABS ein. An unseren Testmaschinen fehlte der Blockadelöser zwar noch. Doch bei den Maschinen, die ab Oktober zu den Händlern kommen, ist er Serie. Kawasaki verbaut ein neues Nissin-Modul, das laut Hersteller besonders klein und leicht sein soll. Im Vergleich zur 250er hat die 300er jedenfalls gerade mal zwei Kilo zugelegt.
Sophie Schatter

 
Technische Daten

Motor:     Zweizylinder-Viertakt-Reihe, flüssigkeitsgekühlt, vier Ventile/Zyl.
Hubraum:     296 cm3
Leistung:     29 kW/39 PS bei 11 000 min-1
Drehmoment:     27 Nm bei 10 000min-1
ABS:     Serie
Reifen v/h:     110/70-17 / 140/70-17
Bremsen v/h:     290-mm-Bremsscheibe mit Doppelkolben-
    Schwimmsattel / 220-mm-Einscheibenbremse mit
    Doppelkolben-Schwimmsattel
Tankinhalt:      17 Liter
Sitzhöhe:     785 mm
Leergewicht:     174 kg
Preis:     5595 Euro

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.5 (55 Bewertungen)

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